Tradition in steilsten Lagen

Der Zahlbach (Zail-, Zayl- 1350, Tzail- 1406) genannte Weingarten lag ausweislich der bekannten Dokumente bei Freiendiez.

Während Weinbau in der Zahlbach lediglich durch ein Dokument (1350) gesichert belegt werden kann, wird dieser Namen allerdings mehrfach im Zusammenhang mit der Namensnennungen von Personen (Henne von Zahlbach (HHStAW, Bestand 40, Nr. U 302, HHStAW, Bestand 20, Nr. U 114), Ackerland (HHStAW, Bestand 12, Nr U 63) und einem offensichtlich dort gelegenen Gut (HHStAW, Bestand 170 I, Nr. U 657, HHStAW, Bestand 3001, Nr. 12, fol. 1261) genannt.


Erste bekannte urkundliche Nennung als Weinbergslage

22. September 1350

Katherine, Tochter Rukers unter den ‚Kremen‘, Bürgerin zu Limburg, sowie ihre Söhne Ruker und Heinrich und ihre Töchter Nynke und Meckel verkaufen für 4 1/2 Mark Pfennig Limburger Währung, die ihnen bezahlt sind, Herrn Johann, Dekan im Stift Limburg, und dessen Erben 3 Schilling und 3 Pfennig Limburger Währung, 1/2 Gans, 2 Zinshühner und 1/4 Kapaun, fällig am 11. November, und 1 Fastnachtshuhn mit seinem Recht, fällig vor Fastnacht, ewige Gülte zu Freiendiez, inner- und außerhalb des Dorfes, die sie mit Halm und Mund, wie in der Grafschaft zu Diez rechtsüblich, aufgetragen haben. Sie geloben, rechte Währschaft zu tun. Die Gülte haben zu geben: ‚Gudele‘, Witwe des Johann ‚Suozman‘ zu Freiendiez, 30 Pfennig, 2 Zinshühner und 1 Fastnachtshuhn von einem Garten und von dem Haus, das sie jetzt bewohnt; Gerhard, des Glöckners Sohn, 6 Pfennig von einem Garten bei der ‚Schraitkoren‘; Hermann, ‚Wymares‘ Sohn, 3 Pfennig von einem Weingarten zu Zalbach (‚Zail-‚); Rudolf 1/2 Gans; Konrad Flenthe 1/4 Kapaun von einem Garten. Die Aussteller geloben, daß ihre Geschwister Gude und Else, sobald sie mündig sind (‚zu iren daigen kument‘), ebenfalls auf die vorgenannte Gülte verzichten.
– Siegel des Heinrich Fulde und Rule Bunte, Schöffen zu Limburg.

Originaldatierung: D. in crastino beati Mathei apostoli et ewangeliste 1350

Quelle: Arcinsys / HHStAW, Bestand 40, Nr. U 302

Weitere urkundliche Nennung im Zusammenhang mit Weinbau

19. Oktober 1401

Hermann Spilhuser von Freiendiez und seine Frau Meckil verkaufen dem Dekan und Kapitel des Marienstifts zu Diez und den Vikaren daselbst zur Präsenz für 10 Gulden, die diese ihnen bezahlt haben, 4 Achtel Korngülte Diezer Maß, die sie mit Halm und Mund, wie rechtsüblich, aufgetragen haben. Sie sollen die Gülte jährlich zwischen dem 15. August und 8. September trocken und gut auf eigene Kosten und Gefahr der Präsenz auf ein ihnen angewiesenes Haus zu Diez entrichten und setzen dafür zu Unterpfand: 1 Sadel Weingarten, die zu ‚Cunebette‘ an Emmerich Schadenitz Sohn liegt und 1 Schilling Pfennig dem Siechhaus zu Dirstein zinst; 3 Sadel Weingarten, die bei Freiendiez zwischen Henne von Zahlbach und dem Bruder des Ausstellers liegen und Jungfer Demut von Staffel 2 Tournosen zinsen. Sie haben diese Unterpfänder dem Stift mit Halm und Mund in dem Gericht, wo die Weingärten liegen, und vor den Nachbaren aufgetragen, wie in der Grafschaft Diez rechtsüblich. Bei Leistungsversäumnis kann das Stift die Gülte mit und ohne Gericht einziehen (‚uffholen‘).
– Siegel der Junker Heinrich und Dietrich von Nassau, Gebrüder.

Originaldatierung: D. in crastino beati Luce ewangeliste 1401

Quelle: Arcinsys / HHStAW, Bestand 20, Nr. U 110

Hier könnte man davon ausgehen, dass der benannte Weingarten im besagtem Gebiet liegt, da er räumlich an den Weinberg des Henne von Zahlbach grenzt – als Beleg genügt die jedoch nicht.

Einzelheiten zur Lage zu Cunebette und deren weitere Erwähnungen finden Sie unter der eingefügten Verlinkung.


um 1475

Da nicht auszuschließen ist, dass in der nachfolgenden Quelle weitere Erwähnungen dieser Weinbergslage zu finden sind, wurde diese hier aufgenommen.
Eine diesbezügliche detaillierte Auswertung der Originaldokumente steht noch aus.

Register der Güter des St. Remigiusaltars in Diez zu Zaylbach (ausgegangen) und zu Neunhausen, Weyer (Weiher, Amt Runkel) und Dornberg.

Quelle: Arcinsys / HHStAW, Bestand 3001, Nr. 12, fol. 1261

Lokalisierung

Zur räumlichen Bestimmung der Lage gibt es bisher nur wenig Erkenntnisse.
So zeigt lediglich der Bereich oberhalb der heutigen Straße In der Zahlbach im Südosten des Wohngebiets Schläfer eine nordwestlich exponierte Lage und ein westlich anschließender Grabeneinschnitt eine nach leicht Westsüdwesten geneigte kleine Hanglage (Diez, Flur 46), die sich für Weinbau geeignet haben könnte.

Die Untersuchungen werden fortgeführt.

***

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.