Tradition in steilsten Lagen

Coenenbete (Konenbethin 1314, Cuonebette 1319, Kuonenbettir 1379, Kunebette 1355 & 1400, Konbeth 18.Jhd) wird als Weinberglage zu Freiendiez erstmals 1301 erwähnt.

Ausweislich der zahlreichen urkundlichen Erwähnungen wurde in dieser Lage über 400 Jahre Weinbau betrieben.


Erste bekannte urkundliche Nennung

14. SEPTEMBER 1301

Mit folgendem Dokument wird auch die bisher früheste bekannte Nennung von Freiendiez (als Vrigendetse) im Zusammenhang mit Weinbau belegt.

Graf Gerhard von Dietz (‚Detse‘), seine Frau Elisabeth und ihr Sohn Gerhard bekunden ihre Zustimmung dazu, daß Crafto von Freiendiez, seine + Frau Gertrud und Heinrich Scolpaffe dem Kloster Dirstein einen Weingarten schenkten, in Coenenbete unterhalb des Weingartens der Odilia, Witwe des Johann von Freiendiez (‚Vrigendetse‘), nach den Feldern zu gelegen.

Originaldatierung: D. 1301, in die sancti Materni

Quelle:
Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 21, Nr. U 17, 1301

WEITERE urkundliche ERWÄHNUNGEN

31. OKTOBER 1314

Johann und Mechtild, Eheleute von Diez, verkaufen Herrn Friedrich, ständigem Vikar des Stifts Diez, für 12 Mark Pfennig, 3 Heller für den Pfennig gerechnet, und einen Vierdung (‚fertone‘) gleicher Münze, die dieser ihnen bezahlt hat und sie zu ihrem und ihrer Kinder Nutzen verwandt haben, ihren Teil des Weingartens, den sie mit Herrn Eberhard, Thesaurar und Kanoniker des Stifts Dietkirchen (‚Deykirgen‘), bisher ungeteilt besaßen, gelegen in Konenbethin, und ein anderes Stück Weingarten dabei sowie ihren Teil des Gartens, den sie mit dem vorgenannten Eberhard ungeteilt besaßen, bei der St. Margaretenkapelle zu Freiendiez gelegen. […]
– Siegel des Grafen Gottfried von Diez, mit dessen Zustimmung dieser Vertrag geschlossen ist.

Originaldatierung: D. et actum 1314, in vigilia omnium sanctorum

Quelle:
Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 20, Nr. U 18, 1314

04. März 1319

Friedrich, Kaplan des Altars St. Johannes des Täufers im St. Marienstift zu Diez, vermacht – eingedenk der Mahnung des Matthäusevangeliums: Wacht und betet, da ihr nicht wißt, wann der Herr kommt, ob zur Mitternacht oder beim ersten Hahnenschrei oder des Morgens -, nachdem zuvor seine Schulden bezahlt sind, allen seinen Brüdern und Herren zum Chor 1 Mark jährlich Gülte, die vom Garten Johanns genannt ‚Dyligin‘ zu Freiendiez und von einem Weingarten in Cuonebette fällt, […].

Originaldatierung: D. 1319, dominica qua cantatur reminiscere

Quelle:
Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 20, Nr. U 23, 1319

1355

Auch im Register der Höfe des Stifts Diez wird diese Lage aufgeführt:

7. Hec sunt bona nostra, in Friendytz, que colit Heynrich dictus Corber et Gela, uxor sua, filia qoundam Johannis Sutenanne, a quibus cedunt annuatim in festo Martini 5 s. den., quorum 2 1/2 cedunt de una pecia vinee sita in monte Kunebette [ein Stück Weinberg auf dem Berg Kunnebette gelegen] apud Markolfum Rudeln et de orto in villa Friendytz ex parte mulieris et 18 den. de pecia vinee et in eodem monte sita et tangit eandem vineam ex parte Heynrici supradicti‘.

8. Hec sunt bona nostra in dicta villa ex parte Johannis, decani Limpurgensis bone memorie, que colit Johannes dictus Grebe ibidem, primo 1 1/2 m. undir Hey(n)mannis wingarten. […]
In tercio: 2 m. uber dem wingartenweg zu Kunenbette. […]

7. Hec sunt bona nostra, in Friendytz, que colit Heynrich dictus Corber et Gela, uxor sua, filia qoundam Johannis Sutenanne, a quibus cedunt annuatim in festo Martini 5 s. den., quorum 2 1/2 cedunt de una pecia vinee sita in monte Kunebette [ein Stück Weinberg auf dem Berg Kunnebette gelegen] apud Markolfum Rudeln et de orto in villa Friendytz ex parte mulieris et 18 den. de pecia vinee et in eodem monte sita et tangit eandem vineam ex parte Heynrici supradicti‘.

8. Hec sunt bona nostra in dicta villa ex parte Johannis, decani Limpurgensis bone memorie, que colit Johannes dictus Grebe ibidem, primo 1 1/2 m. undir Hey(n)mannis wingarten. […]
In tercio: 2 m. uber dem wingartenweg zu Kunebette. […]

Quelle:
Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 20, Nr. U 108a, 1355
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Die in obigem Regest hervorgehobenen Beschreibungen finden Sie im vorstehenden Originaldokument wie folgt:

Zeile 3 Mitte:
una pecia vinee sita in monte Kunebette
[ein Stück Weinberg auf dem Berg Kunebette gelegen]

Zeile 5: de pecia vinee et in eodem monte sita et tangit eandem vineam
[zwei Stücke Weinberg und im gleichen Berg gelegen und grenzen an den gleichen Weinberg …]

Zeile 7 Mitte: 1 1/2 m. undir Hey(n)mannis wingarten.
1 1/2 Morgen unter Hey(n)mannis Weingarten.

Zeile 16: In tercio (drittens): 2 m. über dem wingartenweg zu Kunebette.

Quelle:
Hessischen Hauptstaatsarchiv, Bestand 20, Nr. U 108a, 1355
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15. APRIL 1379

Im folgenden Dokument wird die Lagebezeichnung zweimal in Verbindung mit Ackerland genannt:

Markolf von Cleeberg, Ritter, und seine Frau Ignant verkaufen der Äbtissin und dem Konvent des Klosters Bärbach (‚in der Berp-‚) für 195 schwere Gulden von Florenz, die diese ihnen bezahlt haben, ihre Weingärten an dem Berg, genannt der Slefir, bei Freiendiez, bei dem Kloster zu Eberbach (‚von Erbach‘) gelegen und 5 Sadel haltend, und 30 Morgen eigenes Ackerland auf Freiendiezer Feld zu Eigengut, nämlich:
[…]
Item daz Undirvelt: zuo dem eirsten 3 m. uff Kuonenbettir velt, dye stoßen in Huolczheimer velt unde stoßen uff frauwen vir Guoten.
[…]
Item 1 sd. bye dem floße in Kuonenbettir auwe.
[…]
Die Aussteller haben die Weingärten und den Acker dem Kloster vor dem Gericht zu Freiendiez mit Halm und Mund aufgegeben, wie in der Grafschaft Diez rechtsüblich. 
Es siegeln der Aussteller, Graf Gerhard von Diez und die Herren Rorich Muckil von Laurenburg und Emmerich Rödel (‚Rudil‘) der Alte von Reifenberg.

Originaldatierung: D. 1379, feria sexta post pascha

Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 12, Nr. U 63, 1379
auch:
Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 12, Nr. U 244, 1379

29. März 1400

Otto genannt Beele von Freiendiez, seine Frau Gele und sein Bruder Gobil verkaufen dem Dekan, Kapitel und den Vikaren des Marienstifts zu Diez zur Präsenz für 15 gute Gulden Limburger Währung, die diese ihnen bezahlt haben, 1 Malter ewiger Korngülte Diezer Maß. […]
Zu Unterpfand setzen sie ihre Wiese ‚in der Dupach‘ vor Holzheimer Holz, […], ferner ihren 1/2 Morgen Weingarten zu ‚Kunebette‚, zwischen Hartlib und Heinrich Korbmacher, der 1 Schilling zinst, und ihren Garten zu Freiendiez, genannt ‚der Nybelunge garten‘, der 1 Schilling zinst. […].
– Wegen Siegelmangels der Aussteller siegeln die Junker Dietrich von Nassau und Werner Köth.

Originaldatierung: D. in crastino letare 1400

Quelle:
Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 20, Nr. U 107, 1400

19. Oktober 1401

Hermann Spilhuser von Freiendiez und seine Frau Meckil verkaufen dem Dekan und Kapitel des Marienstifts zu Diez und den Vikaren daselbst zur Präsenz für 10 Gulden, die diese ihnen bezahlt haben, 4 Achtel Korngülte Diezer Maß, die sie mit Halm und Mund, wie rechtsüblich, aufgetragen haben. Sie sollen die Gülte jährlich zwischen dem 15. August und 8. September trocken und gut auf eigene Kosten und Gefahr der Präsenz auf ein ihnen angewiesenes Haus zu Diez entrichten und setzen dafür zu Unterpfand: 1 Sadel Weingarten, die zu ‚Cunebette‚ an Emmerich Schadenitz Sohn liegt und 1 Schilling Pfennig dem Siechhaus zu Dirstein zinst; 3 Sadel Weingarten, die bei Freiendiez zwischen Henne von Zahlbach und dem Bruder des Ausstellers liegen und Jungfer Demut von Staffel 2 Tournosen zinsen. Sie haben diese Unterpfänder dem Stift mit Halm und Mund in dem Gericht, wo die Weingärten liegen, und vor den Nachbaren aufgetragen, wie in der Grafschaft Diez rechtsüblich. Bei Leistungsversäumnis kann das Stift die Gülte mit und ohne Gericht einziehen (‚uffholen‘).
– Siegel der Junker Heinrich und Dietrich von Nassau, Gebrüder.

Originaldatierung: D. in crastino beati Luce ewangeliste 1401

Quelle:
Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 20, Nr. U 110, 1401

22. Januar 1406

Henne von Zahlbach (‚Tzail-‚), Schultheiß zu Freiendiez, und seine Frau Fye verkaufen dem Dekan, Kapitel und Vikaren des Marienstifts zu Diez zur Präsenz für 18 Gulden guter Limburger Währung, die diese ihnen bezahlt haben, 1 Malter ewiger Korngülte Diezer Maß, die sie jährlich zwischen dem 15. August und 8. September trocken und gut nach Diez auf ein ihnen angewiesenes Haus auf eigene Kosten und Gefahr liefern sollen. Sie setzen dafür zu Unterpfand folgende Güter, die sie dem Stift mit Halm und Mund vor Heimbürgen und Nachbaren in den Gerichten, wo die Güter liegen, wie in der Grafschaft Diez rechtsüblich, aufgetragen haben: 1/2 Morgen Weingarten an Spilhusers Weingarten, der dem Grafen zu Diez 1 Schilling Pfennig und Werner Köth 1 Tournosen zinst; 1/2 Morgen Weingarten am Weingarten der Rumpin ‚gen dem dorffe an Dyrster pade‘, welcher der Kirche zu Freiendiez St. Jakob jährlich 2 Tournosen zinst; […].
– Wegen Siegelmangels der Aussteller siegeln die Junker Wilderich von Walderdorf und Markolf Rödel von Reifenberg, Edelknechte.

Originaldatierung: D. ipso die Vincencii martiris 1405 secundum stilum Treverensem

Quelle:
Arcinsys Hessen / HHStAW, Bestand 20, Nr. U 114, 1406

Der Verfasser ordnet den 1/2 Morgen Weingarten an Spilhusers Weingarten dieser Lage zu, da es sich dabei höchst wahrscheinlich um das 1401 zu Unterpfand gesetzte Sadel Weingarten, das zu ‚Cunebette‚ an Emmerich Schadenitz Sohn liegt und 1 Schilling Pfennig dem Siechhaus zu Dirstein zinst, handelt. (HHStAW, Bestand 20, Nr. U 110, 1401)


Lokalisierung

Eine Lokalisierung dieser Weinbergslage ist bisher noch nicht gelungen.

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