Tradition in steilsten Lagen

01. April 1336

Dekan und Kapitel des St. Georgenstifts zu Limburg, Trierer Diözese, beschließen zum Nutzen und aus dringender Notlage ihres Stifts (‚ex causis legittimis et pensatis evidenti utilitate ac necessitate urgenti monasterii nostri‘), daß die Hälfte des gesamten Zehnten und aller davon herrührenden Früchte aus den Gütern (‚in bonis et prediis‘) des Dorfes Staffel bei Limburg mit Ausnahme des Wein– und des kleinen Zehnten (‚minuta decima‘), die der Scholaster ihres Stifts zu erheben pflegt, durch ihren Kämmerer erhoben und jährlich zu den allgemeinen Bedürfnissen ihres Stifts verteilt werden soll. Jedoch soll der Scholaster, der den Schulrektor (‚rectorem scolarium nostrorum‘) auf seine Kosten halten will, dafür von dieser Hälfte des Stifts oder der Kammer jährlich eine Beisteuer von 4 Malter Korn und 2 Malter Weizen Limburger Maß erhalten. Jeder, der von ihnen Scholaster wird, soll sogleich bei seiner Wahl (‚in principio sue creacionis in scolasticum‘) vor Dekan und Kapitel feierlich schwören, dies Statut ständig treu zu beachten, und sie selber verpflichten sich auch durch Treuegelöbnis (‚per fides nostras corporales‘) an Eidesstatt dazu.
– Siegel des Stifts.

Originaldatierung: Actum et d. 1336, feria secunda proxima post sanctum diem pasche

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 40, Nr. U 167

23. Juni 1347

Reinhart von Schirlingen (‚Scher-‚) und seine Kinder Lutzo, Wigant, Richolf und Conzo bekunden, daß sie Herrn Klas Wolfram, Priester zu Limburg, für eine ihnen bezahlte Geldsumme 3 Schilling ewiger Gülte, 3 Heller für den Pfennig zu rechnen, verkauft haben, die sie mit Halm und Mund zu Schillingen vor Jakob dem Heimbürgen, Dylmann und Wigand von Schiriingen aufgetragen haben. Die Gülte ist am 11. November von ihrem Morgen Weingarten zu geben, der zu Staffel am Weingarten des vorgenannten Heimbürgen Jakob liegt und nur noch 6 Pfennig der Frau des Wirich zinst. […].
– Es siegelt Herr Heinrich von Velden, Kanoniker und Pfarrer zu Limburg, mit dem Limburger Pfarrsiegel.

Originaldatierung D. 1347, in vigilia nativitatis beati Johannis baptiste

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 40, Nr. U 265

20. Dezember 1353

Nikolaus Wolframi von Limburg, Priester (’sacerdos‘) und ständiger Vikar am St. Georgenstift zu Limburg, Trierer Diözese, macht, gesund an Körper und Geist, da allen Sterblichen nichts gewisser als der Tod und nichts Ungewisser als die Stunde des Todes ist und daher es ratsam ist, diesem mit guten Werken zuvorzukommen, deren Eigenschaft uns allein von diesem Leben nachfolgt, zu seinem, seiner Wohltäter und Vorfahren Seelenheil sein Testament, indem er seine Seele unserm Herrn Jesus Christus und dessen allerseligster (‚beatissime‘) Mutter und allen Heiligen sowie dem heiligen Georg empfiehlt, in dessen Stift (‚ecclesia seu collegio‘) er begraben sein will (’sepeliri volo et ecclesiastice tradi sepulture‘). […].
Ferner vermacht er, damit sein Jahrgedächtnis feierlich mit Vigilien und dem Totenamt begangen wird, 6 Schilling Pfennig, von denen 3 Schilling am 11. November von den Weingärten des Marquard genannt ‚Ropinhober‘ und dessen Bruders Luczo fallen, jenseits der Lahn (‚ultra Logenam‘) beim Weingarten des Herrn Gobelo genannt Hirte, Priesters (’sacerdotis‘), gelegen, und die übrigen 3 Schilling, ebenfalls am 11. November fällig, im Dorf Staffel vom Weingarten des Reinhard von Schirlingen (‚Scher-‚). […].
– Siegel des Ausstellers und Herrn Kunos, Kanoniker und Plebans des Limburger Stifts.

Originaldatierung D. 1353, in vigilia beate Thome apostoli

Quelle:
Archinsys/HHStAW, Bestand 40, Nr. U 333

Einzelheiten zu den bei Weingärten bei Limburg erhalten Sie hier.


19. April 1370

‚Klais‘ Eschenauer, Bürger zu Limburg, bekundet, daß er 13 Schilling ewiger Pfenniggülte Limburger Währung und 1 Malter Korngülte, die er seit (’sent‘) dem Tode seiner Frau gekauft hat, dem Altar des St. Nikolaus (‚Klais‘), des heiligen Bischofs, den er im Spital zu Limburg begründete, geschenkt hat, dessen Kaplan die Gülte ohne seiner Erben oder anderer Personen Widerspruch erheben soll. Es sind dies: 3 Schilling Grundzins (‚eygentum‘) von 2 Gärten vor der Hammerpforte außerhalb des neuen Grabens neben Schibirsteins Garten, nämlich 27 Pfennig von dem Garten Ruckers von Selters (‚-tirse‘) und 9 Pfennig von ‚Heintzen Smydes‘ Garten; 3 Schilling Grundzins (‚eygentummes‘) vom Garten des Gobel, der Knecht des Heinrich Wiße gewesen ist, zwischen dem Garten Gerlachs von Erbach (‚Erle-‚) und dem Garten der ‚Dalheymersen‘ unterhalb des Lahnborns gelegen; 3 Schilling von einem halben Haus oberhalb der Fleischschirnen, und zwar von dem Teil, das allernächst an Almans Haus liegt und dem alten Flucke gehörte; 4 Schilling Grundzins (‚eygentummes‘) von ‚Contzen Blinden‘ Haus, hinten und vorn, wie es steht, beim Anwesen (‚geseisse‘) des Herrn Sipil Welle in der ‚Plaggaßen‘ und 1 Malter Korngülte von einem Weingarten zu Staffel (‚Stapf-‚), solange er nicht mit Wein bepflanzt ist (‚gibet brache‘).
– Siegel des Ausstellers.

Originaldatierung: D. feria sexta post festum pasche 1370

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 40, Nr. U 452

27. Oktober 1382

Johannes von Lohrheim (‚Lair-‚), Kantor und Kanoniker des St. Georgenstifts in Limburg, Trierer Diözese, macht, da allen Sterblichen nichts gewisser als der Tod und nichts ungewisser als die Stunde des Todes ist und es sich daher empfiehlt (‚expedit‘), diesem mit guten Werken zuvorzukommen, deren Eigenschaften uns allein von diesem Leben nachfolgen, zu seinem Seelenheil und dem seiner Eltern, Vorfahren und aller seiner Wohltäter sein Testament. […]

Lisa, der Tochter seiner Nichte Elsa, vermacht er seinen Weingarten zu Staffel und 6 Sester fränkischen Weins (‚vini franci‘) von 3 Weingärten ebendort. Reicht wegen Mißwachs (‚propter sterilitatem annorum‘) der Weinertrag dort nicht aus, so sollen für jede Quart Wein 6 Heller gegeben werden. Lisa vermacht er ferner seinen Anteil am Zehnten, der von andern Weingärten an jene 3 Weingärten zu geben ist. […]

– Siegel des Dekans in Dietkirchen und des in Limburg sowie des genannten Konrad Honne, während die genannten 3 Vikare das Siegel ihres vorgenannten Herrn des Limburger Stifts mitgebrauchen.

Originaldatierung: D. in vigilia beatorum Symonis et Jude apostolorum 1382

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 40, Nr. U 538

03. Februar 1389

Hermann genannt ‚Kuobel‘ von Staffel und seine Frau Else verkaufen dem Dekan, Kapitel und den Vikaren des Stifts Limburg zur Präsenz für eine ihnen bezahlte Geldsumme 1 1/2 Malter ewiger Korngülte Limburger Maß, die sie mit Halm und Mund, wie in der Graftschaft Diez rechtsüblich, aufgetragen haben. […]
Sie haben die Gülte auf die folgenden Güter angewiesen und diese, wie in jener Grafschaft rechtsüblich, zu Unterpfand gesetzt: […]
Item vuor den wingarten vur Bluomenberge 3 sadelen, dy geldent eyne gans. Sodan 3 stucke wingarten, der ist eyns gelegen an Staffeler berge an Hermane von Uffhem, der heldet eynen gantzen M., und eyne sadele an demeselben berge an Hennen Hirstoln, unde dy 2 stucke wingar(ten) geldet myt namen 14 firtel wines in den spital zu Lim(p)urg.
Item eyn stucke, heldet 1/2 M., an Staffeler berge an Wernher von Staffele‘, das 2 Viertel Weins in das Spital zu Limburg zinst, wenn Wein wächst, und sonst nichts gibt. […]

– Siegel ihres lieben Junkers, Grafen Adolfs (‚Ailff‘) von Nassau und Diez. Die Überschrift des Wortes (‚dictionis‘) ‚der‘ wird gebilligt.

Originaldatierung: D. 1389, in crastino purificacionis beate Marie gloriose virginis

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 40, Nr. U 564

Bei dem ebenfalls genannten wingarten vur Bluomenberge gilt es zu untersuchen, ob damit das heutige Blumenrod (Stadtteil im Limburger Süden) gemeint ist.


20. März 1398

Johannes Obelecker von Kirchhain, Priester und Kaplan des Altars von St. Maria Magdalena im St. Lubentiusstift zu Dietkirchen, Trierer Diözese, verfügt schwachen Körpers, doch gesunden Geistes – die Zukunft bedenkend, da man nicht weiß, zu welcher Stunde der Herr kommt und Rechenschaft über unsere Amtsführung verlangt – letztwillig zu seinem Seelenheil über seinen Nachlaß. […]
Er vermacht ferner: […]
der vorgenannten Grete außerdem: die Einkünfte an Korn und Hafer aus 3 Morgen und sein Teil der von ihm bearbeiteten Weingärten, genannthepenrecht‚,

– Im 8. Jahr von Papst Bonifatius IX. vor Johann Glappach und Gerlach Gernod, Priestern und Vikaren des Stifts Dietkirchen.
– Thilemann Ehlen (‚Elhem‘) von Wolfhagen aus der Meinzer Diözese, wohnhaft zu Limburg, verheirateter Kleriker und kaiserlicher Notar, bekundet seine Anwesenheit und die Niederschrift, die er wegen eigener Geschäfte durch einen andern vornehmen ließ, auf Veranlassung des Testators durch Unterschrift und sein Zeichen.

Originaldatierung: Acta sunt hec in Dickirchen in domo habitacionis mee, 1397

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 19, Nr. U 87

15. Juli 1456

Dekan und Kapitel des Liebfrauenstifts zu Diez verleihen Henne Rutynck zu Aull (‚Auwell‘), dessen Sohn Hentze und deren Erben ihren Weingarten bei Staffel, genannt der ‚Hofftershem, mit allem Zubehör zu Erbrecht gegen 16 Tournosen ewiger Gülte, die diese jährlich der Präsenz am 17. März (‚uff sant Gertrudt dagh‘) von einem Vormund (‚mompar‘) und aus einer Hand liefern sollen. Diese setzen dafür zu Unterpfand eine Wiese zu Noppenborn, die den Siechjungfrauen zu Dirstein jährlich 4 Engl. zinst, von denen Hentze Rutynck, Bruder des vorgenannten Henne, die Hälfte gibt. Bei Leistungsversäumnis kann das Stift oder der Präsenzmeister den Weingarten und das Unterpfand mit 1 Schilling vor dem Schultheißen zu Diez einziehen (‚inholen‘) und gebrauchen, bis dem Stift Genüge geschieht.
– Weinkaufsleute und Mäkler (‚mecheler‘): Dielchen von Wiesenfeld (‚Wiisentfelt‘). Schultheiß zu Diez, Henne Meckel, der junge ‚Clais‘ Molner und Henne Riffenberg, alle wohnhaft zu Aull.
– Siegel des Stifts.

Originaldatierung: 1456, ipso die divisionis apostolorum

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 20, Nr. U 157

1426-1716

Streit zwischen # von Hohenfeld, Scholaster und Stiftsherr zu Limburg, und der Gemeinde Staffel um den Zehnt vom sog. Weinberg zu Staffel

Quelle:
Arcinsys/ HHStAW, Bestand 126, Nr. 135

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