Tradition in steilsten Lagen

Den ersten bekannten Hinweis auf Weinbau bei Balduinstein erhalten wir in einem Dokument vom 17.05.1324.

Erster bekannter urkundlicher Hinweis auf Weinbau bei Balduinstein

17.05.1324

Johann von Westerburg gestattet den Eheleuten Heidenreich Cleytte den Verkauf eines Weinberges in der Nähe der Burg Balduinstein.

Quelle:
Arcinsys / Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 115, Nr. U 23, 1324

Lokalisierung

Eine Lokalisierung dieses frühen Weinberges ist auf der Grundlage der im Regest ersichtlichen Ortsangabe in der Nähe der Burg nicht mit Sicherheit möglich.
Einerseits lässt sie ihn am Südhang des von der Burg zur Lahn verlaufenden Burgbergs vermuten, möglich ist aber auch der talaufwärts ebenfalls in der Nähe der Burg liegende Südhang am Schwalbenstein.
Eine gesicherte Bestätigung wird eine noch diesbezüglich zu erfolgende Auswertung der Urkunde durch den Verfasser ergeben können.


Historische Weinbergslagen

Neben den bereits genannten Lagen am Burgberg und am Schwalbenstein finden wir in weiteren Dokumenten noch Hinweise auf Weingärten
in der Steinkuten (1383)
in Moldinhelde (1417),
– den Bornweingarten (1443) und
in dem Brule (1443).

Zu den letzen vier genannten Lagen konnten noch keine Hinweise zur Lokalisierung ermittelt werden.

Einzelheiten und weitere Erwähnungen der übrigen Lagen erfahren Sie über die eingefügten Verlinkungen.


Weitere Erwähnungen

02. April 1383

Heinrich Großkopf und seine Frau Demut bekunden, daß die Äbtissin und der Konvent des Klosters vom St. Klarenorden zu Bärbach (‚cloistirs Claren tzuo Beirp-‚) ihrer Tochter Klärchen um Gottes, Unserer Lieben Frau und St. Claren willen eine Pfründe (‚proben‘) verliehen und mit den Ausstellern vereinbart haben, daß ihre Tochter, sobald sie 4 1/2 Jahre alt ist (‚czu irem funfftimhalben jare czu rechinde naich ire geburte‘), ins Kloster aufgenommen wird. Die Aussteller sollen, solange einer von ihnen lebt, jenem Klärchen ins Kloster jährlich am 11. November oder 8 Tage danach 3 Mark Pfennig Limburger Währung entrichten. Sie setzen dafür dem Kloster ihren Weingarten zu Balduinstein in der Steinkuten mit allem Zubehör zu Unterpfand.

Quelle:
Arcinsys / Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 12, Nr. U 69,1383

15. FEBRUAR 1399

Alf, Graf zu Nassau und Diez, bekennt, daß er der Demud, Witwe des (+) Wilhelm von Staffel, 100 schwere Gulden schuldig ist und bis 29. September wieder zurückzuzahlen hat oder 10 Gulden jährlicher Rente zahlen soll, unter Verpfändung seiner Weingärten zu Balduinstein.

Quelle:
Arcinsys / Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 170 I, Nr. U 862, 1399

Hinweise zur Lokalisierung wird erst eine diesbezügliche Auswertung des Dokuments ergeben.


08. September 1417

Jakob genannt Guncz und seine Frau Styne bekunden, daß Elisabeth, Äbtissin der Klarissen zu Bärbach („zu der Berp-„), und der Konvent daselbst ihnen erblich und ewig folgende Güter (bei Nassau) verliehen haben: „eyne wese ym heymichen syen, die da gelegin ist bii Krichheldin unde eynen wesenplacken, der gelegin ist vor dem, walde bii der junchern wese von Baldinsteyn unde czwen placken garten, die gelegin sint zu dem Selplas unde eynen wyngarten, der gelegin ist yn Moldinhelde„. […]

D. 1417, ipso die nativitatis beate Marie virginis

Quelle:
Arcinsys / Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 12, Nr. U 118, 1417

28. JULI 1429

Die Brüder Wilhelm und Dietrich von Staffel und Wilhelm, Sohn des gen. Wilhelm, erhalten von Graf Johann v. K[atzenelnbogen] die Erlaubnis, auf Lebenszeit Brennholz für ihr Schloß Balduinstein und Pfähle für ihre Weingärten im gräfl. Walde Fuchsenhöhle zu schlagen, unter der Bedingung, es damit glimpflich zu halten.

D. 1429 quinta feria post beati Jacobi apostoli.

Quelle:
Arcinsys / Hessisches Staatsarchiv Marburg, Bestand Urk. 54, Nr. 1167, 1429

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