Tradition in steilsten Lagen

Der Amelbach, auch als Ammelbach bezeichnet, ist der offensichtlich heute so benannte Ummelbach in der Ortsgemeinde Weinähr.

Am 05. April 1350 wird unter anderem ein an seiner Hanglage gelegener Weinberg verkauft.

ERSTER URKUNDLICHER NACHWEIS

Herteln an der Mittelgazzen zu Weinähr bekennt dass er dem Abte Wilhelm und dem Kl. Arnstein um 18 Mark drei Stück Weingarten daselbst, von denen das eine liegt in der Amelbach an dem dürren Berge, das andere unter dem Mühlenpfad an dem Graben und das dritte auf dem Mühlenpfad und stosst an die Schleuse, verkauft hat.

Siegler: Johann, Pfarrer zu Winden
D. a. d. 1350 feria secunda post dominicam Quasimodo geniti

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn,
Erste 5 Lieferung (1142-1446), Wiesbaden, Verlag von Chr. Limbarth, 1883. Nr. 132, S. 122.

auch:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, Nr. U 107, 1350

Weitere Erwähnungen

02. August 1415

Hermann Snider und Else seine Hausfrau bekennen dass sie von Abt Johann und dem Kl. Arnstein … [unter anderem] … einen Weingarten in der Amelbach entlehnt haben.

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn,
Erste 5 Lieferung (1142-1446), Wiesbaden, Verlag von Chr. Limbarth, 1883. Nr. 341, S. 209.

Lokalisierung

Das Tal des im Dokument bezeichneten Amelbachs, auch als Ammelbach (15.05.1350, Herquet Nr. 133) und heute Ummelbach bezeichnet, verläuft im Wesentlichen in Nord-Süd-Richtung, bildet aber mit seinem kurzzeitigen Süd-Ost-Verlauf eine zum Weinbau geeignete Hanglage am nordwestlichen Ortsrand von Weinähr.

Quelle: © 2019 LVermGeo / Geoportal Rheinland-Pfalz

Die heutigen Fluramen der Südhanglagen am Ummelbach lauten Hinterwiesen (unmittelbar bis zum Bachufer) und hangaufwärts daran anschließend Im Rothen.

Vermutlich wird die Lage der Weingärten weiter oberhalb im Tal (in der Amelbach), also am noch verbleibenden Südhang westlich Hinterwiesen, anschließen.
Der Hinweis an dem dürren Berge lässt sich zurzeit noch nicht deuten.


Einzelheiten zu den weiteren zwei erwähnten Weingärten, namentlich unter dem Mühlenpfad an dem Graben und auf dem Mühlenpfad an der Schleusefinden Sie über die jeweilige Verlinkung dieser Lagebezeichnungen.

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Adelhahn

Fast 700 Jahre nach seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1319 und 60 Jahre nach der letzten Lese im Jahr 1958 begann mit der Wieder-Bestockung der im Zuge der Flurbereinigung rekultivierten Lage die Zukunftssicherung des Weinbaus an der Lahn.

Langenscheider Klamm

Dieser ehemalige Weinberg an der Langenscheider Klamm befindet sich im Lahntal zwischen Balduinstein und Geilnau in der Gemarkung Langenscheid am Südhang eines beginnenden Taleinschnitts.