Tradition in steilsten Lagen

Die Am Rotherpfad (Roderpade 1341, Rodirpade 1344, an dem roten Pfade 1362) benannten Weinberge zu Anre (Weinähr) finden wir heute in der so benannten Flur 5 Am Rotherpfad zu Weinähr.

Die Lage stößt im Osten an die Giebelhöll, ist brach gefallen und heute bewaldet.
Sie liegt allerdings im Verfahrensgebiet der Flurbereinigung Obernhof-Weinähr und wird daher in absehbarer Zeit wieder bestockt und bewirtschaftet werden.


Erster bekannter urkundlicher Nachweis

24. Februar 1341

Wilhelm von Crummenau Edelknecht und seine Hausfrau Ale it bekennen dass sie ihr Eigengut in dem Gerichte zu Winden, nämlich zwei Weingärten, von denen der eine an der Gybelhelde liegt, der andere auf dem Roderpfad, sowie unterschiedliche ihnen zugehörende Zinse, doch unter Zurückhaltung verschiedener Gerechtsame dem Abt Wilhelm und dem Kl. Arnstein um 171 Schildgulden, jeder im Werte zu sechsthalb grosser Turnose, verkauft haben.
Siegler: Dietrich und Heinrich von Crummenau, Brüder des Ausstellers, Dietherich von Staffel, Dime, Johann und Hildeger von Langenau.
Originaldatierung: Gr. n. C. g. druzihenhundert jar und eyn und vierzich jar uf sente Mathias dag des hellegen apposteln.

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.94, S.93

Einzelheiten zu der weiteren angesprochenen Lage Giebelhöll finden Sie über die Verlinkung.


Weitere urkundlichen Nachweise

01. April 1341

Ich Tilo genant Priol eyn burger zu Limburg und Gude min eliche hausfrauwe dun kunt allen den, di dysen brif sient oder horent, daj wyr verkauft han und verkeufm rechtlich und redelich den geistlichen luden hern Wilhelme dem apte und deme convente zu Arinsteyn Unsin wingartin zu Anre, de gelegen ist uf dem Roderpade, zu haben und zu besitzen erflich und ewelich in allen dem rechte, als wyrn (!) her han bracht, umme siben und zwenzich marc guder pennige, die si uns nutzlich gegebin hant und bezalt. […]

Dirre brif ist gegebin na godis geburt drucienhundert iar und eyn und ver- zieh jar uf den Palmedag.

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.95, S.94

15. Februar 1344

Ich Gele Schieren, Herman min Sun und Lucard sin eliche huisfrauwe, burgere zu Limburg, wir erkennin uns offinliclih an disem genwortigen bribe daz wir recht und redelich verkauft han und verkeufin den geistlichen ludin, Hern Wilhelme deme apte und deme convente zu Arnstein unsin wingarten zu Anre uf dem Rodirpade umme zwolf marc penninge Limburger werunge, di si uns gutlich und gentzlich gegebin und bezalt haint, und wir das gelt in unser nutz gekert hain und verzien wir luterliche uf den vorgenantin wingart und globin in gudin truen ane argelist vor uns und unse erbin si an deme vorgenantin wingarte nummer zu hindern bit wortin noch bit werkin noch bit keinerhande sachin, damide si gehindert und wir gevordert mogten werdin.

Datum anno domini MCCCXL° quarto Dominica Esto michi

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.105, S.102

01. Februar 1350

Hermann Metzeler von Weinahr und seine Hausfrau Meckel bekennen dass sie dem Kl. Arnstein ihren Weingarten zu Weinahr an dem Roder Pfade, der da heisst der Windener, verkauft haben.
Siegler: Johann, Pfarrer zu Winden.

Originaldatierung: D. a. d. MCCCL° in vigilia Purificacionis Marie.

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.129, S.121

05. Februar 1350

Kl. Arnstein bekennt dass es für die von Adelheid von Daussenau, einer Begine zu Coblenz, ihn geschenkten 103 Mark 4 Schillinge Weingärten zu Weinähr gekauft hat.

In seinem Transkript übernimmt Karl Herquet die im Original angeführten Lagebezeichnungen:

[…]
bit dem gelde han wyr gekauft zwene wingarten zu Anre, eynen morgen umb Ludewich Fritzen sun, der liget an der Gybelhelden, und eyn stücke umb Herman Metzeler, daz da liget uf dem Roderpade und hetzet an dem Windern, […]

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.130, S.121

Einzelheiten zu der weiteren angesprochenen Lage Giebelhöll finden Sie über die Verlinkung.


13. August 1362

Heinze von Usselbach*) und Krise seine Tochter bekennen dass sie dem Abt Wilhelm und dem Kl. Arnstein ihren Weingarten zu Weinähr an dem roten Pfad, den man achtet für ein Viertel, um 31 Gulden verkauft haben.

Originaldatierung: D. in vigilia Assumpcionis Marie virg. a. d. MCCCLXIJ

•) Die adelige Familie von Usselbach führt ihren Namen vom Dorfe
Usselbach, heutzutage Isselbach im Amte Diez.
Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.200, S.150

02. August 1415

Hermann Snider und Else seine Hausfrau bekennen dass sie von Abt Johann und dem Kl. Arnstein einen Weingarten in dem Schacken zu Weinähr um 16 Weisspfennige Zins entlehnt haben, ferner einen Weingarten in der Amelbach daselbst um den dritten teil des Ertrages, Zu Unterpfand haben sie vor dem Schöffengericht zu Winden gesetzt 15 Roden Weingärten (zu Weinähr) an dem Roderpade.
Siegler: Junker Winrich v. Langenau

Originaldatierung: D. in crastino b. Petri ad vincula a. d. MCCCCXV°

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.341, S.210

Die zuerst benannte Lage In dem Schacken ist bisher nicht identifiziert.

Einzelheiten zu der weiteren, im Dokument benannten Lage In der Amelbach erhalten Sie über die Verlinkung.

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Weinähr, Flur 5, Am Rotherpfad
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