Tradition in steilsten Lagen

Winden

Vier Jahre nach der ersten bekannten urkundlichen Erwähnung des Ortes im Jahr 1250* gibt ein Dokument aus dem Jahr 1254 einen ersten Hinweis auf Weinbau bei Winden.

* Am 22 (oder 23.) April 1250 verkauft Mechthildis, ehemalige Gräfin von Sayn, dem Kl. Arnstein die Stadt/den Ort (villa) Winden.

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.27, S.27
auch: Arcinsys / HHStAW, Bestand 11, Nr. U 19, 1250

Winden ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz.
Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau an.

Weitere Einzelheiten zum Ort und seiner Geschichte finden Sie auf der Internetseite Winden im Rhein-Lahn-Kreis – Geschichte (externer Link, unverschlüsselt).


Erste bekannte urkundliche Nennung von Weinbau bei Winden

25. April 1254

In der Schenkungsurkunde vermachen Eynolf Musselin und seine Ehefrau Justizia von Idstein dem Kloster Arnstein alle Ihrer Güter zu Winden, darunter auch Weinberge, die sie dort besitzen.

Universis Christi fidelibus presentes litteras inspecturis Eynolfus miles dictus Muselin et Justicia Luxor de Ettichensteyn in salutis auctore salutem et cognoscere veritatem. Tenore presencium notum facimus et tam presentibus quam posteris liquide declaramus quod nos pari consensu, maturo consilio et lihera voluntate proprietates omnium bonorum nostrorum tam vinearum, agrorum quam eciam hominum ac aliorum quorumcunque, que in Winden dinoscimur possidere, […]

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.32, S.30-31
auch: Arcinsys / HHStAW, Bestand 11, Nr. U 23

Aus dem dargelegten Besitz von Weinbergen bei Winden darf zudem geschlossen werden, dass bereits deutlich vor 1254 mit Weinbau um Winden begonnen wurde.


Weitere Erwähnungen

15. Oktober 1327

Rorich, Kaplan des Altars der heiligen Jungfrau Katharina im Stift Dietkirchen, Trierer Diözese, bewidmet – da der Tod niemanden verschont, auch nichts Ungewisser als seine Stunde und es daher ratsam ist, dem mit guten Werken zuvorzukommen, die wir allein aus diesem Leben mitnehmen können (‚Quoniam finis omnium terribilium scilicet mors nulli parcens est metuenda, qua nichil certius cunctis mortalibus, eiusque hora nichil incertius, expedit nobis hanc prevenire bonis operibus, quia nichil nobiscum nisi operum et meritorum nostrorum qualitatem ferimus de hac vita‘) – mit Zustimmung seiner Herren, des Dekans und Kapitels des vorgenannten Stifts, zu seinem und seiner Vorfahren Seelenheil den Altar, der auf seine Kosten zu Ehren der heiligen Maria Magdalena in diesem Stift errichtet (‚edificatum‘) ist, mit folgenden Gütern: seinen Weingärten beim Dorf Winden und bei Dietkirchen, […].
– Wegen Siegel-Mangels des Ausstellers siegeln die Dekane Siegfried vom Stift Dietkirchen und Lenzemann vom Stift Limburg sowie Cunemann, Kantor des Stifts Limburg, die er zu seinen Treuhändern und Testamentsexekutoren erwählt und bittet, den Auftrag so auszuführen, als ob sie darüber im Jüngsten Gericht Rechnung legen wollen.

Originaldatierung: Actum et d. 1327, feria quinta post festum beati Lubencii confessoris

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 19, U 16

Lokalisierung

Bei der Beurteilung der Topografie um Winden verbleiben nur der im Norden des Ortes anschließende Südhang des Lohbergs (Flur 12) sowie die südexponierten Flächen der Flur 11 Hinter der Steinkaut, Dell und Sandgruberberg.

Aus anderen heutigen Flurnamen lassen sich keine möglichen Anbauflächen ableiten.

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Kommentare (1):

  1. Weinbau an der Lahn

    7. April 2021 at 13:03

    Herzlichen Dank an Ludwig Ries für seinen Hinweis auf die Erwähnung von Weinbau bei Winden im Jahr 1327.

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