Tradition in steilsten Lagen

Die Lage Uf Grobe (in Grube 1364, in Grobe 1384, uff Grobe 1387, in Grove 1437, in Grube 1472, ym 1490, Grub 1882) zu Niederlahnstein wird erstmals 1364 urkundlich benannt. Ausweislich Ihrer bislang letzten Nennung 1902 stand sie wohl noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Ertrag.

Erste bekannte urkundliche Nennung

28. Oktober 1354

Friedrich Steynkop, Edelknecht von Niederlahnstein (Nyderlainsteyn), bekennt für 3 Pfund Geld des Herrn Johann von Eltz Mann geworden zu sein, unter Verpfändung von zwei Weingärten in der Niederlahnsteiner Mark von denen der eine uf Grobe der andere ubir Lere gelegen ist.
Es siegeln die Schöffen daselbst.

Dat a d 1354 in die Symonis et Jude apostolorum

Quelle:
Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 109, Urkunde 367 (unverschlüsselt)

Weitere belegte Nennungen

21. Februar 1364

Ludwig gen. Bucher, Wäpling, und seine Frau Else, wohnhaft zu Niederlahnstein (Nyeder Lainsteyn), verkaufen den Dechanten, Kapitel und Vikaren der Altäre der Stifte St. Kastor und St. Florin zu Koblenz für 108 Florentiner Gulden einen Jahrzins von 6 Gulden von ihrem Gut im Dorf und in der Mark zu Niederlahnstein, nämlich von ihrer Hofraite mit Haus, Hof, Garten und allem, was dazu gehört, […]
ferner von einem Weingarten in Grube zwischen Weingärten Peter Kupesels und Jakob Pletzes (b).
In Gegenwart der Schöffen zu Niederlahnstein (Nyderlainstein) Johann Gryf, Henze von Rhens (Rense), Roleman Demode, Sohn Friedrich Busener und Henze Stryt.
Es siegeln die Schöffen zu Niederlahnstein.

Gegeben na Christus geburte 1363 jair uff sente Peters abent den man nennet zu latine ad Cathedram.

Quelle:
Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 109, Urkunde 294 (unverschlüsselt)

26. Juli 1384

Peter Hiller Sohn auf dem Hofe Niederlahnstein und Meckil seine Hausfrau bekennen dass sie von dem Abt Arnold und dem Kl. Arnstein dessen Feld in der Niederlahnsteiner Gemarkung genannt ‚in Grobe (Grube)‚ um fünf Schillinge Pfennige Coblenzer Währung in Erbpacht erhalten und dafiir ein ebenda gelegenes Stück Weingarten zu Unterpfand gesetzt haben.
– Siegler: Die Schöffen von Niederlahnstein.

Originaldatierung: D. in crastino b. Jacobi ap. a. d. millesimo trecentᵐᵒ octuacᵐᵒ quarto.

Quelle:  Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.280, S.184


18. März 1387

Heinrich S’tenckopp‘ von Niederlahnstein, Wäpling, und seine Frau Gertrud verkaufen dem Dechanten, dem Kapitel und den Vikaren des Stifts St. Kastor in die Stiftspräsenz für 63 schwere kleine gute Goldgulden einen Weingarten in der Niederlahnsteiner Mark, gen. uff Grobe, zwischen Conze Bressiller und Henne Man, für frei eigen, ledig und los von Zinsen, Schuld und Gülten; der Wäpling Johann von Dievellich erklärt seine Zustimmung und verzichtet auf sein Lehnrecht an dem Weingarten.
Es siegeln die Schöffen zu Niederlahnstein.

Dat in crast dom Letare a d 1386 iuxta st et modum scribendi in dioc Trev

Quelle:
Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 109, Urkunde 366 (unverschlüsselt)

18. Mai 1437

Heimann ‚Bresseler‘ von Niederlahnstein (Nederenloensteyn) und seine Frau Katherine, wohnhaft daselbst, verkaufen dem Dechanten, dem Kapitel und den Vikaren von St Kastor einen Erbzins von einem guten, schweren Gulden, jährlich in den vier heiligen Tagen zu Pfingsten, für 20 gute, schwere Rhein. Gulden und setzen ihre zwei Weingärten in der Niederlahnsteiner Gemarkung als Unterpfand; den einen auf dem Hanensteyn zwischen Weingärten ‚Merenhennes‘ oberhalb und Stine ‚Suylgras‘ unterhalb, den zweiten in Grove zwischen Weingärten ‚Henno Lutzelmans‘ oberhalb und ‚Henne Bresselers‘ unterhalb; von dem ersten Weingarten ist 1 Schilling Brabantisch Koblenzer Währung an den Kirchherrn zu Niederlahnstein zu zahlen.
Es siegeln die Schöffen zu Niederlahnstein mit dem Schöffensiegel.

Dat a d 1437 in vig Penthecostes

Quelle:
Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 109, Urkunde 683 (unverschlüsselt)

05. Oktober 1472

Friedrich Husenner und seine Frau Elgin zu Niederlahnstein bekennen , von den Eheleuten Anton Wolff von Oberlahnstein und Gertrud drei Stücke Weingarten in der Niederlahnsteiner Gemarkung gegen einen Erbzins von 21 Weißpfg in Erbpacht erhalten zu haben; das eine Stück liegt in Grube zwischen Friedrich Keusch und Kathrine Rußmans; das zweite an der Nuwergaisßen zwischen Niklas Fischer und Lotzgin Wecczel, wovon an Hennen Stridts Eidam ein halbes Huhn Erbzins zu geben ist; das dritte an dem Surenstück unter Hermann Isenkoppe und neben Hennen Cleyngelde; als Unterpfand setzen sie 6 gute schwere Gulden auf ihre Hofraite in dem vorgen. Dorf neben Junker Dietrichs von Staffel Backhause, die er von Everhard Ungelichs Erben wiedergelöst und empfangen hat; ferner ein Stück Weingarten ober Ebenet neben Clais Beckers Erben oberhalb und dem jungen Pauwels unterhalb. Der Erbzins ist mit 18 guten schweren Rhein Gulden Hauptgeld wieder käuflich.
Die Schöffen zu Niederlahnstein hängen ihr Sg an.

Dat feria secunda post festum s Michaelis a D 1472 iuxta st Trev.

Quelle:
Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 109, Urkunde 866 (unverschlüsselt)

12. März 1490

Die Eheleute Peter Wolff und Else zu Niederlahnstein verkaufen wiederkäuflich Heinrich Karle Vikar des St Vinzenzaltares in der St Kastorkirche einen Erbzins von 1 Rhein Gulden Koblenzer Währung für 20 Rhein Gulden derselben Währung als Unterpfand setzen sie ihr Haus mit Zubehör zu Niederlahnstein im Dorf unterhalb von Hermann Weße und der gemeinen Straße wovon 6 Heller Zins an Junker Johann von Helffessteyn zu geben sind und einen etwa Morgen großen freien Weingarten in der Niederlahnsteiner Gemarkung ym Grobe neben Henn von Wyrygis oberhalb und nach der gemeinen Hecke zu.
Die Schöffen daselbst hängen das Schöffensiegel an.

Der geben ist yn dem iaire na Christi unsers hern geburt 1489 uff s Gregorius dag more Trev.

Quelle:
Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 109, Urkunde 906 (unverschlüsselt)

1882/1885

In seinem 1885 veröffentlichten Werk Deutsche Weine und Weinbau-Stätten notiert H. W. Dahlen auf Seite 26 interessante Daten des Jahres 1882 zur Weinbaufläche und deren Erträgen zu Nieder-Lahnstein:

Zum Vergrößern in das Bild klicken.
Nieder-Lahnstein H. W. Dahlen, Deutsche Weine und Weinbau-Stätten, a.a.O., Seite 28

Hierin wird die Lage Grub an letzter Stelle nach Eulsberg, Rulbert,  KaulsbergMückenbergoberm ArnsteinerhofHorchheimerhöllScheugasse und Becherhöll genannt, wobei die die Reihenfolge der Nennungen herbeiführende Begründung nicht ersichtlich ist.


1902

In der 1902 herausgegebenen Rhein-Weinbau-Karte wird namentlich erstmals der Eulsberg ausgewiesen.
Allerdings zeigen die Einzeichnungen für Weingärten ohne Namensbezeichnung  die bekannten und lokalisierten Lagen Oberm Arnsteiner Hof, Kaulsberg (alle heute Niederlahnstein Flur 10) und Im Rulbert (heute Niederlahnstein Flur 13) sowie In Grobe / In der Grub. (siehe Abschnitt Lokalisierung)

Zum Vergrößern in die Karte klicken.
Quelle: Rhein-Weinbau-Karte für die Strecke Bingerbrück/Rüdesheim - Coblenz : einschliesslich des Lahnthales von 1902 
© Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz, 2009

Lokalisierung

Der Lagenamen In Grube mit seinen sprachlichen Veränderungen wird durch die Benennung der Straße In der Grub (Niederlahnstein, Flur 11, Flurstücke 3003/4 und 3003/5) überliefert.

Im Zusammenwirken mit den im Kartenwerk Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803 – 1820) am Allerheiligenberg südlichwestlich der Erimitage (Bildmitte rechts) zu finden als entsprechende Einzeichnung für Weingärten lässt sich die benannte Lage zweifelsfrei lokalisieren.

Die Anbauflächen wird durch den Taleinschnitt, in dem heute die benannte Straße verläuft, von des westlich anschließenden Hanglagen natürlich getrennt.
Ein bereits zu dieser Zeit darin verlaufender Weg bzw. die als solche markante Geländeform eignen sich als Grenzen (für Namen oder Besitztümer) und wurden bereits damals häufig dafür verwendet.

Daher erscheint es unwahrscheinlich, dass gesamte westlich anschließende Südhang des Allerheiligenberges ebenfalls unter der Lagebezeichnung in der Grub subsummieren war.

"Ausschnitt
Ausschnitt Niederlahnstein / Weinlage Oberm Arnsteiner Hof Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803 - 1820) Kartenaufnahme 1:25.000, (1803 - 1820) BlattNr. 149/88 1816/17 Blatt Rehas-Niederlahnstein Quelle: www.geoportal.rlp.de/

Nach Ihrer bislang letzten Nennung 1902 wurde sie offensichtlich mit den übrigen südlichen Niederlahnsteiner Weinbauflächen unter dem Lagenamen Eulsberg zusammengefasst .


Topografie

Lage: südostwärtiger Ortsrand von Niederlahnstein 
Exposition: 270° - 180°(W-S) 
Hangneigung: tbd 
Größe: ca. 14.000qm = 1,4ha
Zum Vergrößern bitte in das Bild klicken.
Niederlahnstein / Flur 11
© GeoBasis-DE / LVermGeoRP 2020, dl-de/by-2-0

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