Tradition in steilsten Lagen

Am südwestlichen Ortsrand von Scheidt ragen die imposanten Schieferfelsformationen der Schwarzlay aus dem Turmberg. Über die Höhendifferenz von ca. 80m bildet sie durch den südlich davor verlaufenden tiefen Erosionsgraben eine für Weinanbau günstige Südhanglage.

Im oberen Bereich waren Stützmauern wegen der flacheren Hanglage wohl nicht erforderlich.

Aber die im Steilhang an wenigen Stellen auffindbaren Fragmente der typischen Stützmauern zur Terrassierung belegen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mittelalterlichen Weinbau.
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Zudem bezeugt ca. 100m vor dem Waselbach am Fuße des Steilhangs im Übergang zu einer wiederum flacher verlaufenden Hanglage eine in großen Teilen nahezu unversehrte Stützmauer mittelalterlichen Weinbau an der Schwarzlay.

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Die Beschädigungen in einigen wenigen Abschnitten erscheinen erosionsbedingt bzw. durch Wild verursacht.

Wie bei allen Lagen am Turmberg dürfte der Weinbau an der Schwarzlay  ebenfalls um die Zeit in der Mitte des 17. Jahrhunderts aufgegeben worden sein.

Dass diese imposante Mauer nicht der Gewinnung von Baumaterial zum Opfer fiel, dürfte ihrer topografischen Lage geschuldet sein. 
Ein Abtransport der Mauersteine bergauf von Menschenhand oder auch unter Zuhilfenahme von Zugtieren stand wegen der Hangneigung von 70% und einer Wegstrecke im Steilhang von ca. 200-250m bis zum Fahrweg Scheidt-Laurenburg in keinem Verhältnis zur Gewinnung neuer Steine in einer weiter oben gelegenen Lay.

Der  Abtransport talwärts wäre wegen des unterhalb verlaufenden tiefen Einschnitts des Waselbachs nur durch den Bau einer Brücke möglich gewesen – nicht berücksichtigend, dass der für den Weitertransport mit Karren/Fuhrwerken nutzbare Fahrweg von Holzappel zur Lahn bzw. Laurenburg wiederum ca. 10-20 Höhenmeter über dem Waselbach am Hang des Dörnberger Langebergs verlief.

In Anbetracht dieser Gegebenheiten wurde vermutlich auf den Abbau der Mauer verzichtet.


Besonderheit

Im Schiefergestein der Schwarzlay finden wir eine in dieser Region bislang einmalig vorhandene Besonderheit. Dorf befindet sich ein Hohlraum von ca. 1,25m Höhe, ca. 1m Breite und ca. 1m Tiefe.
1-2 Personen konnten dort zumindest kauernd Schutz gegen Wetterunbilden suchen.
Auch die Nutzung als Lagerraum für Gerätschaften zur Bewirtschaftung des Weinbergs ist denkbar.

Offensichtlich zur Vergrößerung und/oder zum Schutz des Eingangs wurde dieser Hohlraum zudem mittels einer großen Schieferplatte bedacht.

Hohlraum im Schiefergestein an der Schwarzlay

Hohlraum im Schiefergestein an der Schwarzlay 
© 2018 Weinbau an der Lahn / Matthias C. Schmidt
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Topografische Lage

Lage: südwestlicher Ortsrand von Scheidt an der Südseite der ‚Hasenlay‘
Exposition: 180° im flachen oberenViertel – 227° im Steilhang  (S-SW)
Hangneigung: Ø 70%
Größe: ca. 5.000qm
Lage Turmberg mit den Einzellagen 'Hasenlay', 'Schwarzlay' und 'Tornlay'.

Lage Turmberg mit den Einzellagen 'Hasenlay', 'Schwarzlay' und 'Tornlay'. 
© 2018 mapz.com

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Langeberg

IN ÜBERARBEITUNG

Erster urkundlicher Nachweis

10. MÄRZ 1392

Heinrich Stemich von Laurenburg und seine Gattin Else verkaufen dem Abte Arnold zu den Einkünften des Siechhauses des Klosters Arnstein vor den Schöffen von Holzappel unter Vorbehalt der Wiederlöse für 13 kleine Gulden eine Rente von jährlich 1 Gulden und setzen dafür 2 Parzellen Weinberg zu Frohnau zum Unterpfande.

Originaldatierung: D. ipso die dominico quo cantatur Reminiscere a. d. 1391 iuxta stilum Treverensis dyocesis

Quelle:
Arcinsys / Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, U 260, 1392

Während im Kurzregest des Hessischen Hauptstaatsarchivs die beiden zu Unterpfand gesetzten Weinbergsparzellen räumlich „zu Frohnau“ eingeordnet werden, übernimmt Herquet die räumliche Zuordnung auf der Grundlage der Urkunde exakter aus.

ZUM VERGRÖSSERN IN DAS BILD KLICKEN
Quelle:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, U 260, 1392
© 2018 Weinbau an der Lahn Mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden.
Alle Rechte vorbehalten.

Danach setzen

Heinrich Steinich (?) von Laurenburg und Else seine Hausfrau … zu Unterpfand … einen halben Morgen Weingarten zu Froinauwe und einen Weingarten hinter der niedersten Mühle gelegen.

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, 
Erste Lieferung (1142-1446), Wiesbaden, Verlag von Chr. Limbarth, 1883, Nr. 290, S. 188
Quelle:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, U 260, 1392 Ausschnitt 'Frohnau'
© 2018 Weinbau an der Lahn
Mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Hauptstaatsarchiven Wiesbaden.
Alle Rechte vorbehalten.

HHStAW, 11, U260, Ausschnitt niederste Mühle

Sie setzen zudem einen halben Morgen Weingarten zu Froinauwe zu Unterpfand.

HHStAW, 11, U260, Ausschnitt Frohnau
Quelle:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, U 260, 1392
© 2018 Weinbau an der Lahn
Mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden.
Alle Rechte vorbehalten.

Einzelheiten zur Lage In der Frohnau finden Sie über diese [noch einzufügende] Verlinkung.

 

Abc


Weitere urkundliche Erwähnungen

1301

Abc


Topografie

Lage:
Exposition:
Hangneigung:
Größe:

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Adelhahn

Fast 700 Jahre nach seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1319 und 60 Jahre nach der letzten Lese im Jahr 1958 begann mit der Wieder-Bestockung der im Zuge der Flurbereinigung rekultivierten Lage die Zukunftssicherung des Weinbaus an der Lahn.