Tradition in steilsten Lagen

Am südwestlichen Ortsrand von Scheidt ragen die imposanten Schieferfelsformationen der Schwarzlay aus dem Turmberg. Über die Höhendifferenz von ca. 80m bildet sie durch den südlich davor verlaufenden tiefen Erosionsgraben eine für Weinanbau günstige Südhanglage.

Im oberen Bereich waren Stützmauern wegen der flacheren Hanglage wohl nicht erforderlich.

Aber die im Steilhang an wenigen Stellen auffindbaren Fragmente der typischen Stützmauern zur Terrassierung belegen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mittelalterlichen Weinbau.
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Zudem bezeugt ca. 100m vor dem Waselbach am Fuße des Steilhangs im Übergang zu einer wiederum flacher verlaufenden Hanglage eine in großen Teilen nahezu unversehrte Stützmauer mittelalterlichen Weinbau an der Schwarzlay.

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Die Beschädigungen in einigen wenigen Abschnitten erscheinen erosionsbedingt bzw. durch Wild verursacht.

Wie bei allen Lagen am Turmberg dürfte der Weinbau auch an der Schwarzlay ebenfalls um die Zeit in der Mitte des 17. Jahrhunderts aufgegeben worden sein. 

Dies belegt eine Karte aus dem Jahr 1764 (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 702, Karte 15951), die die Hanglage, bezeichnet als „Nro 14.“,  bereits als Wald verzeichnet.

Kartenausschnitt der schaumburgischen Walddistrikte

Dass diese imposante Mauer nicht der Gewinnung von Baumaterial zum Opfer fiel, dürfte ihrer topografischen Lage geschuldet sein. 
Ein Abtransport der Mauersteine bergauf von Menschenhand oder auch unter Zuhilfenahme von Zugtieren stand wegen der Hangneigung von 70% und einer Wegstrecke im Steilhang von ca. 200-250m bis zum Fahrweg Scheidt-Laurenburg in keinem Verhältnis zur Gewinnung neuer Steine in einer weiter oben gelegenen Lay.

Der  Abtransport talwärts wäre wegen des unterhalb verlaufenden tiefen Einschnitts des Waselbachs nur durch den Bau einer Brücke möglich gewesen – nicht berücksichtigend, dass der für den Weitertransport mit Karren/Fuhrwerken nutzbare Fahrweg von Holzappel zur Lahn bzw. Laurenburg wiederum ca. 10-20 Höhenmeter über dem Waselbach am Hang des Dörnberger Langebergs verlief.

In Anbetracht dieser Gegebenheiten wurde vermutlich auf den Abbau der Mauer verzichtet.


Besonderheit

Im Schiefergestein der Schwarzlay finden wir eine in dieser Region bislang einmalig vorhandene Besonderheit. Dorf befindet sich ein Hohlraum von ca. 1,25m Höhe, ca. 1m Breite und ca. 1m Tiefe.
1-2 Personen konnten dort zumindest kauernd Schutz gegen Wetterunbilden suchen.
Auch die Nutzung als Lagerraum für Gerätschaften zur Bewirtschaftung des Weinbergs ist denkbar.

Offensichtlich zur Vergrößerung und/oder zum Schutz des Eingangs wurde dieser Hohlraum zudem mittels einer großen Schieferplatte bedacht.

Hohlraum im Schiefergestein an der Schwarzlay
Hohlraum im Schiefergestein an der Schwarzlay 
© 2018 Weinbau an der Lahn / Matthias C. Schmidt
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Topografie

Lage: südwestlicher Ortsrand von Scheidt an der Südseite der ‚Hasenlay‘
Exposition: 180° im flachen oberenViertel – 227° im Steilhang  (S-SW)
Hangneigung: Ø 70%
Größe: ca. 5.000qm
Lage Turmberg mit den Einzellagen 'Hasenlay', 'Schwarzlay' und 'Tornlay'.
Lage Turmberg mit den Einzellagen 'Hasenlay', 'Schwarzlay' und 'Tornlay'. 
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