Tradition in steilsten Lagen

Am heiligen Berg

1408 finden wir die Erwähnung eines Weinbergs am Heiligen Berg zu Limburg.

Ausgehend von der Tatsche, dass im frühen Mittelalter nahezu alle Südlagen des Lahntals sowie angrenzender Gebiete Rebfluren auswiesen, darf geschlossen werden werden, dass auch am Domberg Wein angebaut wurde.

Darauf können uns zwei bekannte Dokumente hinweisen.

Erster bekannter urkundlicher Nachweis

26. März 1408

Der Schöffe Otto Knappe zu Limburg vermacht dem Minoritenkloster eine Rente von 4 Heller von einem Weingarten am heiligen Berge.

Originaldatierung Datum 1408 in crastino annunc. Mar. virg.

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 41, Nr. U 11

Weitere urkundlliche Nennungen

03. Mai 1441

Friedrich von Weilburg, Kanoniker im St. Georgenstift zu Limburg, bekundet als Sachwalter (‚procurator‘) des letzten Willens der + Megkel Sybolt, daß Herr Bernhard Brunbecher und Peter Hildebolt sich ihres Testaments, an dem dies Transfix befestigt ist, nicht annehmen (‚kroden ader annnemen‘) wollten, er aber auf flehentliche Bitte der Erblasserin die Ausführung übernommen hat und täglich daran denkt, wie es auszurichten ist.
Folgendes hat sie der Präsenz des St.Georgenstifts in Limburg bestimmt: das Geld, das Herr Wigant Hildebolt ihr schuldete, wofür die Präsenz von Heinrich genannt Flander 14 Achtel Korngülte gekauft hat; 1/2 Morgen Weingarten am roten Berg, der Heinrich Flander für 1 Gulden verliehen ist; den roten Weingarten am heiligen Berge, der Henne Heyner für 1 Gulden verliehen ist; den Anteil der Erblasserin an den Wiesen in der Eppenau, der dem Spital zu Limburg für 2 Gulden verliehen ist; 5 1/2 Tournosen vom Haus, Hof, Garten und anderem Gut zu Kreuch, das Henne von Schue (‚Schuwe‘) innehat; 4 Engl. von dem Garten, den Johannes Fegebudel, der Stadtschreiber, am Kreucher Wasen innehat, sowie alles, was er vom Nachlaß der Meckel Sybolt erlangen kann, soweit sie darüber nichts verfügt hat.
– Siegel des Ausstellers, der dies Transfix eigenhändig schrieb.

Originaldatierung: D. 1441, in die invencionis sancte crucis

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 40, Nr. U 764

Lokalisierung

In beiden Urkunden wird jeweils ein Weingarten am heiligen Berg benannt.
Es scheint unzweifelhaft, dass der heilige Berg den Limburger Domberg meint.

Der westliche Teil des Dombergs weist eine steilere, für Weinbau weniger geeignete Felslage auf. Dagegen eignet sich der flacher auslaufende östliche Teil des Südhangs sowie der Südosthang des heutigen Schlossbergs weitaus besser für den Weinbau.


Weinbau heute

Der größte Teil des Schlossgartens liegt am Südhang des Doms bzw. Limburger Schosses und ist 1.100 Quadratmeter groß. Dort soll ein Bürgerweinberg angelegt werden.

Einzelheiten dazu finden Sie hier.

***

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.