Tradition in steilsten Lagen

Den Nachweis von Weinbau an den Südlagen des Sultzbach (heute Sülzbach) führen wir bereits mit dem ersten bekannten urkundlichen Beleg für Weinbau bei Anre (Weinähr) aus dem Jahr 1267.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die in späteren Dokumenten zu Weinbau bei Anre (Weinähr)oder bisher nicht erkannte Ortsbezeichnungen enthalten, im Sulzbachtal gelegen waren.

Erste bekannte namentliche Nennung

Die erste bisher einzig bekannte urkundlich belegte namentliche Nennung eines Weingartens in der Sultzbach finden wir in einem Dokument Burg Langenau.

24. April 1441

Erzbischof Diederich von Köln gibt seine lehnsherrliche Einwilligung dazu, daß Johann van Langenau (Langenauwe) seine Frau Jutte von Kellenbach (Kellembach) auf die Burg Langenau (Langenauwe) mit Zubehör, auf eine Wiese am Dörsbach (up der Durstenbach) und auf einem Teil des Weinzehnten von Weingärten ‚in der Sultzbach‘ bei Weinähr (Anre) bewittumen darf.
Siegler: Aussteller.

Originaldatierung: Gegeven zo Mentze up den maendagh nest na sent Georgen dagh des heyligen Marterers 1441

Quelle: Arcinsys / HHStAW, Bestand 121, Nr. U von Langenau 1441 April 24 b

24. März 1698

Johann Frantz Edler Herr von Marioth bekundet, daß Joseph Clemens Erzbischof und Kurfürst von Köln ihn, laut inseriertem Lehenbrief mit dem Lehen, das dessen Geheimer Rat, Oberhofmarschall, Kämmerer, Hofrat und Amtmann zu Lechenich Joh. Adolph Freiherr Wolff Metternich zur Gracht mit Konsens seiner Brüder Frantz Arnold, Leopold Etmund und Wilhelm Ignatius alle Freiherren Wolff Metternich zur Gracht ihm abgetreten belehnt hat, mit Haus, Burg und Feste Langenau mit Gebäuden, Gerechtigkeiten, Bifang und Burgfrieden mit den Grenzpunkten ‚Heldenruck‘, ‚Bilstein‘, ‚Schawenberg‘, ‚die Sultzbach‘, ‚die Aire‘ bis zur Mündung in die Lahn, mit allen Wingerten, Wieswachs, Gärten, Baumgärten, Ländereien, Hochwald, Hecken, Büschen, Fischerei, Jagd und einer Wiese am Dörsbach (Dürsterbach), einem Teil am Weinzehnten vom Wingert ‚in der Sultzbach‘ bei Weinähr (Aire), wie deren Großvater Joh. Adolph Freiherr Wolff Metternich dies am 29. Dezember 1635 von Kurfürst Ferdinand neu empfangen und dessen Söhne Degenhard Adolph und Hieronymus und jetzt der letzte Lehnsträger dies gehabt, für alle männliche Leibeserben römisch-katholischer Religion.
Siegler: Aussteller.

Quelle: Arcinsys / HHStAW, Bestand 121, Nr. U von Margot 1698 März 24

WEITERE ANGABEN ZUR LAGE

Weitere Angaben über diese Lage finden Sie im Beitrag zu dem benannten Weingarten An der Owen aus dem Dokument von 1267.

Auf nachfolgend gezeigter Fotografie um 1960 ist über den Adelhahn hinaus blickend im Hintergrund der Südhang des Sülzbachtals und damit die benannte Weinbergslage sichtbar.
Der darauf erkennbare Bewuchs deutet zwar auf Weinbau hin, ob der Wingert allerdings zum Zeitpunkt der Aufnahme noch im Ertrag stand, lässt sich hier nicht erkennen.

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Blick von der Alay über Kloster Arnstein und den Adelhahn am Obernhofer Himmelsberg auf die Lage in der heutigen Flur 'Auf dem alten Herd'. Um 1960.
Ausschnitt aus dem Originalfoto.
© 2018 Weinbau an der Lahn / Wolfgang Eschenauer.
Alle Rechte vorbehalten.

Adelhahn

Mit der Wieder-Bestockung der im Zuge der Flurbereinigung rekultivierten Lage Adelhahn am Bernshahner Kopf, auch Obernhofer Himmelsberg genannt, trat die Zukunftssicherung des Weinbaus an der Lahn in eine neue Phase.

Pfaffenberg

Der ehemalige Weinberg  Pfaffenberg befindet sich im Lahntal zwischen Balduinstein und Geilnau in der Gemarkung Langenscheid am Südhang eines beginnenden Taleinschnitts.