Tradition in steilsten Lagen

Die einzige bisher bekannte Nennung der Weinbergslage Smedenley bei Nassau datiert in einer Urkunde aus dem Jahr 1514.

Erste bekannte urkundliche Nennung

18.12.1514

Hermann Becker, Bürger zu Nassau, und seine Frau Grete verkaufen der Äbtissin und dem Konvent der Nonnen zu Bärbach (‚zu der Berp-‚) für 19 Gulden zu je 24 Weißpfennig Nassauer Währung, die diese ihnen bezahlt haben, 21 Weißpfennig jährlichen Zins, fällig am 11. November. Sie setzen dafür zu Unterpfand: einen Wiesenfleck zu ‚Paelborn‘ zwischen Junker Adam vom Stein und Kohnen Else; noch eine Wiese zwischen Diligen Hermann und Kunhen Else; einen Weingarten unter der Smedenleyen und ein Wieschen auf der ‚Smedenleyen‘ zwischen Hermans Hengen und Diligen Hermanß. Bei Leistungsversäumnis können die Nonnen diese Güter mit einem Zeugnis (‚urkundt‘) einziehen (‚inholen‘), als ob sie die erklagt hätten, wie zu Nassau rechtsüblich, oder die Aussteller wie für anderen Kirchenzins an ihren Gütern pfänden. Der Wiederkauf ist am 11. November oder zu Weihnachten gegen die Kaufsumme gestattet. – Schultheiß und Schöffen zu Nassau siegeln mit ihrem Gerichtssiegel.

Originaldatierung: D. montagk nach st. Lucien tagk 1514

Quelle:
Arcinsys / Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 12, Nr. U 205c, 1514

Lokalisierung

Offensichtlich tradiert die heutige Flurbezeichnung Schmidtlay in der Flur 57 zu Nassau die im Dokument benannte Smedenley.

Damit wäre die Lage am westlichen Ortsrand von Nassau zu verorten.
Es handelt sich um einen Südhang, der heute bebaut ist.

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Nassau, Flur 57, Schmidtlay
© 2019 LVermGeo / Geoportal Rheinland-Pfalz

Die für Weinbau in diesem Bereich in Frage kommende Gesamtfläche beträgt ca. 60.000 qm (6 ha).

Ehemalige Weinbergslage "Unter der Smedenley"
© 2019 LVermGeo / Geoportal Rheinland-Pfalz

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