Tradition in steilsten Lagen

08. März 1378

Heinrich von Neisen (‚Ne-‚), Priester, Kaplan am Altar des heiligen Apostels Thomas in der Kapelle über dem Beinhaus (’super ossario‘) an (‚annexa‘) der Kirche zu Limburg, Trierer Diözese, macht, da allen Sterblichen nichts gewisser als der Tod und nichts Ungewisser als die Stunde des Todes ist, und daher jeder Mensch, soweit möglich, dem mit frommen Werken (‚piis operibus ac devotis‘) zuvorkommen muß, seines Geistes mächtig, aber körperlich schwach (‚debilis et disparatus‘), jedoch wachsam, da man nicht weiß, zu welcher Stunde der Herr kommt und Rechenschaft verlangt, zu seinem, seiner Eltern und Vorfahren Seelenheil sein Testament. […]
Er vermacht zu den allgemeinen Präsenzen des Limburger Stifts: 2 Pfund Heller von dem Gehöft (‚domo et curia‘) innen bei der Hammer Pforte (‚iuxta Hammis portam interius‘), […];
ferner seinen Weingarten jenseits der Lahn, dessen Weinertrag täglich in der Adventszeit (‚in adventu domini‘) ausgeteilt werden soll, […];
ferner 3 Malter Korn Limburger Maß, fällig zwischen dem 15. August und 8. September, von seinem Weingarten an der ‚Huondiskirche‘ in Niederneisen (‚in inferiori Ne-‚), damit sein Gedächtnis und das seiner Eltern und Vorfahren im Stift mit Vigilien und dem Totenamt, wie herkömmlich, andächtig begangen wird. […];
dem Konvent der Minderbrüder in Limburg 1 Pfund Heller vom Hause des vorgenannten Wagners und 21 Pfennig Gülte Grundzins (‚et est proprietas‘), von dem Werner Schwarz 1 Schilling und Ludwig Obenroder 9 Pfennig von Gärten und Weingärten vor der Hammerpforte geben, […]
– Siegel des Johann von Nauheim, Schöffe zu Limburg. – Vor den Herren Enzelo von Nauheim und Nikolaus Hane, den vorgenannten Testamentaren, sowie Damarus und Wicker, Priestern, Vikaren im Limburger Stift. – Gunther von Ehlen (‚Elhen‘), Kleriker Mainzer Diözese, wohnhaft in Limburg, kaiserlicher Notar, bezeugt seine Anwesenheit, die Niederschrift auf Verlangen des Testators und die Beifügung seines Zeichens.

Originaldatierung: Acta sunt hec in stupa domus habitacionis mee, 1377 iuxta stilum Treverensem, indictione prima, de mense Marcii die octava, pontificatus sanctissimi in Christo patris ac domini nostri, domini Gregorii divina providencia pape undecimi anno octavo

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 40, Nr. U 509

20. November 1382

Henne Schaumburger (‚Schou(m)berger‘) von Niederneisen und seine Frau ‚Bechte‘ verkaufen dem Dekan, Kapitel und den Herren und Vikaren des Stifts Limburg insgemein zur allgemeinen Präsenz für eine ihnen bezahlte Geldsumme 3 Malter ewiger Korngülte Limburger Maß, die sie mit Halm und Mund, wie in der Grafschaft Diez rechtsüblich, aufgetragen und auf folgende Weingärten und Güter angewiesen haben: ihren Weingarten in der ‚Herpach‘, zwischen dem + Ritter Johann von Neisen und Sypel genannt König (‚Konynge‘), dem Bruder des Ausstellers, gelegen, der 1 Viermaß Wein und 1/2 Pfund Wachs der Kirche zu Oberneisen zinst; ihren Weingarten an dem ‚Baseler‘, der mit der Mauer an Junker Marckolf von Neisen grenzt, vor Zeiten dem Vetter des Ausstellers, dem + Heinrich Beyger von Neisen, gehörte und am 11. November den von Reifenberg 10 Pfennig und 1/2 Huhn zinst, sowie auf 3 Morgen Land in einem Stück an dem Mensfelder Berg unter dem oberen Holz, die Eigen sind und keine Zehnten geben. Sie haben diese Güter zum Unterpfand gesetzt, das sie mit Halm und Mund, wie in jener Grafschaft rechtsüblich, aufgetragen haben, und verpflichten sich, die Gülte jährlich zwischen dem 15. August und 8. September dürr und gut, frei von Pfandrechten nach Limburg auf das ihnen vom Präsenzmeister des Stifts gewiesene Haus zu liefern. Bei Leistungsverzug hat das Stift das Recht, das Unterpfand in Besitz zu nehmen. Sie geloben, Jahr und Tag gute Währschaft zu tun, wie in der Grafschaft Diez rechtsüblich. – Siegel ihres Herrn, des Grafen Gerhard von Diez, und des Junkers Emmerich Rudel des Alten von Reifenberg, die ihre Zustimmung zu diesem Kauf erklären. 

D. et actum 1382, in crastino beate Elisabet vidue

Quelle:
Arcinsys/HHStAW, Bestand 40, U 539

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