Tradition in steilsten Lagen

Die Weinbergslage am Kulysberg zu Niederlahnstein wird erstmals 1358 genannt und stand bis in den Anfang des 20.Jahrhunderts im Ertrag.

Erste bekannte urkundliche Nennung

15. APRIL 1358

Johann Wolf, Bürger zu Ober-Lahnstein, bekennt dass er mit Ludwig, seinem Sohn, dem in dem Kl. Arnstein eine Präbende verliehen worden ist, dem genannten Kloster und seinem Abt Wilhelm gegeben hat zwei Weingarten am Kulysberg*) in der Nieder-Lahnsteiner Gemarkung zu rechtem Eigentum, wogegen das Kloster kein weiteres Erbe für den genannten Ludwig beanspruchen wird. Würde aber das Kloster wegen der genannten Weingärten beansprucht, so solle es dieselbe wieder „einwerfen“ 
mit den anderen Erben zu gleichen Teilen die ganze Erbschaft teilen.
Zeugen: Johann Briefe, Ruleman Schultze, Schöffen zu Nieder-Lahnstein, Hennigen Human zu Oberlahnstein und Heinrich von Nassau
– Siegler: der Ausst. und die Schöffen zu Nieder-Lahnstein.

Originaldatierung: D. a. d. MCCCLVIII° dominica die quo cantatur Misericordie.

*) Kaulsberg in dorso

Quelle: 
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.172, S.141

Weitere belegte Nennungen

1803/1820

Die Weingärten am Kulysberg sind im Kartenwerk der Rheinlande, 1803 – 1820 aufgenommen durch Tranchot und von Müffling zu finden, wenngleich der Name dort nicht verzeichnet ist.
Allerdings lässt dies der Rückschluss aus der heutigen Benennung dieser Lage (s.u.) zu, zumal, wie vergleichende Untersuchungen zu Einzeichnungen entlang des Mittelrheins zeigen, im Zuge der Kartenaufnahme Weingärten in die mit senkrechten Strichen in ihrer Falllinie gezeichneten (Steil-)hänge durch offensichtlich Stützmauern symbolisierende, rötlich colorierte Querstriche aufgenommen wurden.

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Ausschnitt Niederlahnstein Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803 - 1820)
Ausschnitt Niederlahnstein / Lagen Kulysberg & Rulbert (rechte Bildhälfte)
Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803 - 1820) Kartenaufnahme 1:25.000, (1803 - 1820) BlattNr. 149/88 1816/17 Blatt Rehns-Niederlahnstein Quelle: www.geoportal.rlp.de/

1882/1885

In seinem 1885 herausgegebenen Werk Deutsche Weine und Weinbau-Stätten notiert H. W. Dahlen auf Seite 26 interessante Daten des Jahres 1882 zur Weinbaufläche und deren Erträgen zu Nieder-Lahnstein:

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Nieder-Lahnstein
H. W. Dahlen, Deutsche Weine und Weinbau-Stätten, a.a.O., Seite 28

Hierbei sind besonders als offensichtlich noch im Ertrag stehende Lagen neben dem Kaulsberg auch Eulsberg, Rulbert, Mückenberg, oberm Arnsteinerhof, Horchheimerhöll, Scheugasse, Becherhöll und Grub von Interesse.


20. JAHRHUNDERT

In der 1902 herausgegebenen Rhein-Weinbau-Karte sind neben dem Kaulsberg nur noch die Lagen Oberm Arnsteiner Hof und  Eulsberg (alle heute Niederlahnstein Flur 10) sowie  Im Rulbert (heute Niederlahnstein Flur 13) ausgewiesen.

Ausschnitt aus der 'Rhein-Weinbau-Karte für die Strecke Bingerbrück/Rüdesheim - Coblenz : einschliesslich des Lahnthales
Quelle:
Rhein-Weinbau-Karte für die Strecke Bingerbrück/Rüdesheim - Coblenz : einschliesslich des Lahnthales von 1902
© Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz, 2009

Lokalisierung

Die vormals Kulysberg genannte Südost-Hanglage zur Lahn gehört heute zweifelsfrei als Im Kaulsberg benannter Teil zur Niederlahnsteiner Flur 10.

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Niederlahnstein / Flur 10 Im Kaulsberg © GeoBasis-DE / LVermGeoRP 2020, dl-de/by-2-0

Topografie

Lage: ostwärtiger Ortsrand von Niederlahnstein
Exposition: 135° - 180°(SO-S) 
Hangneigung: tbd 
Größe: ca. 50.000qm = 5ha = 20Mg

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