Tradition in steilsten Lagen

Die Fronauwe (1336, 1367), auch Froinauwe (1392), heute In der Frohnau, schließt sich flussabwärts der Weidenau an und erstreckt sich vom Fuße des Südosthanges des Streithecks und des Auberges sowie der Frohnauer Dell bis zur Käslay gegenüber der Rupbachmündung.

Während Streitheck und Auberg mit Käslay heute zur Gemeinde Scheidt gehören, sind Frohnauer Dell und Weidenau heute Fluren der Gemeinde Laurenburg.


Erster bekannter urkundlicher Nachweis

Den ersten Hinweis auf Weinbau in der Frohnau erhalten wir in einer Urkunde aus dem Jahr 1336, in der Heyno, Ritter von Lurenburg (Laurenburg), auf einen Weingarten in der Frohnau verweist, den er von Ruprecht von der Weidenau kaufte.

1336

‚… Anderwerp eyn ame wingeldes, dy ich kaufte umme Ruprecht van Widenauwe, uf eynen wingarten in der Fronauwe den barvujen [Barfüssigen ?] zu Limburg also daj der gardian uf dy vier unser Frauwen missen ie zu den hochgecide den briidem ses verteil wines gebe.

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, a.a.O., Nr.82, S.79
auch: Arcinsys / HHStAW, Bestand 11, Nr. U 67 d

Ruprecht von der Weidenau wohnte auf dem Hofe in der Weidenau gegenüber dem Lersinwingart (1319) zu Cramberg.

An früherer Stelle in diesem Dokument erhalten wir zudem den ersten bekannten Nachweis für Weinbau bei Gutenacker:

[…]
Van erst han wyr gesazt und sezzen in das closter zu Brunenburg uf sente Peters und sent Paulis elter zu eyner ewigen missen eynen wingarten an Gudenacker berge, den man nennet Leckebart.[…]

Weitere Einzelheiten dazu erfahren Sie im Beitrag zu Gutenacker.


Weitere Erwähnungen

25. Januar 1344

Hermann Hube und seine Frau Nese verkaufen mit Einwilligung ihrer beiden Söhne Walter und Johann und aller ihrer Kinder dem Bruder Gottschalk und dem Kloster vom St. Klarenorden zu Bärbach (‚in der Berp-‚) für 30 Mark und 9 Schilling Pfennig, die diese ihnen bezahlt haben, drei Viertel Weingärten nyderwert der Leyen bei Richwin zu dem Kelterhause. Auch wurde Dietrich, Bruder des Ausstellers, zu einem geistlichen Bruder ins Kloster aufgenommen, wo er bis an sein Ende wohnen soll. Das Kloster soll ihm Notdurft und Nahrung reichen wie den andern geistlichen Brüdern, die dem Kloster dienen. Dietrich gibt dem Kloster für die ihm gewährte Wohltat und Gnade seine 2 Morgen Weingarten uf der Leyen binebin wingarte gen der Ruopach, wie er sie von seinem väterlichen Erbe besaß.

Siegel des 1. Ausstellers und des Herrn Johann, Pastor zu Esten.

Originaldatierung :
Geg. 1344, uf sente Paulus dag, also he bekerit wart

Quelle: Arcinsys / HHStAW, Bestand 12, Nr. U 6
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HHStAW, Bestand 12, U 6
© Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden. Alle Rechte vorbehalten.

Von diesem Kelterhaus, das zu jener Zeit wohl durch einen Richwin betrieben wurde und in zwei weiteren Urkunden (1352 und 1367) zur Ortsbeschreibung herangezogen wird, sind aber weder die Lage überliefert noch bisher Überreste, die auf ein solches hinweisen, gefunden worden.

HHStAW, 12, U 6, 1344 Ausschnitt 2
Ausschnitt
HHStAW, Bestand 12, U 6
© Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden. Alle Rechte vorbehalten.

Dennoch lässt sich der vermuteter Standort des Kelterhauses tatsächlich an den Hanglagen der Frohnau eingrenzen.
Ausgangspunkt ist dabei das heute noch bekannte Börnchen, eine kleine Quelle am Fuße eines Einschnittes, zwischen Auberg und Streitheck.
Wenn auch durch Waldarbeiten vor nicht allzu langer Zeit verschüttet, so ist das Börnchen doch bekannt und der Name überliefert.

Man darf davon ausgehen, dass der für die die Arbeit im Weinberg und der Kelter erforderliche Wasserbedarf durch diese Quelle gedeckt wurde und daher das Kelterhaus in dessen Nähe errichtet worden war.
Zudem liegt die Quelle lahnabwärts der markanten und heute so benannten Kuckuckslay (nyderwert der Leyen), die in dieser Urkunde offensichtlich gemeint war.


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