Tradition in steilsten Lagen

Eine bisher urkundlich nicht benannte Weinbergslage finden wir am Eichenauer Berg, der mit einer Höhe von 263m üNN an seinem Südhang noch ca. 150m über dem Flusslauf der Lahn liegt und heute zur Gemeinde Dörnberg gehört.
An diesem Südhang wurden offensichtlich in der Blütezeit des Weinbaus an der Lahn ein oder mehrere Weingärten bewirtschaftet. 

In der ca. 35° geneigten Hanglage sind heute noch recht gut erhaltene imposante Stützmauern sichtbar. Einige haben eine Höhe von über 1,5 m und weisen die seltene bauliche Besonderheit von Aufstiegshilfen auf.
Dazu wurden besonders lange, aber schmale Schieferplatten so im Mauerwerk verbaut, dass eine Art frei tragende Treppe entstand.

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Gut erhaltene Mauerreste am Eichenauer Berg.
© 2018 Weinbau an der Lahn / Matthias C. Schmidt
Alle Rechte vorbehalten.

Über den Zeitraum einer Bewirtschaftung des Südhangs des Eichener Berges als Weinberg gibt es bisher keine Angaben.
Ausnahme ist jedoch die Karte aus dem Jahr 1764 (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 702, Karte 15951), die die Hanglage (Bildmitte, links) bereits als Wald verzeichnet.

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass der Weinbau an dieser Lage bereits geraume Zeit vorher, also am Beginn des 18. Jahrhunderts, aufgegeben worden sein muss. 

'Geometrischer Grund Riß über Durchlauchtigster hohen Herrschafft von Anhalt Schaumburg wie auch denen Gemeinden Scheid et Laurenburg Dörnberg Kalckofen und Horhausen eigenthümlich gehörige Waldungs Districte im Scheid und Dörnberger Forst'
© Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 702, Karte 15951, 1764

Eine räumliche Zuordnung zu einem der bisher genannten früheren Weinbauorte wurde wegen einer fehlenden urkundlichen Nennung bisher nicht vorgenommen.


Topografische Lage

Lage: Südhang am Lahnbogen um den Eichenauer Berg (Gem. Dörnberg)
Exposition: 160° - 180° (SSO - S)
Hangneigung: Ø 70%
Größe: ca. 10.000qm
Die Lahn umfließt den Eichenauer Berg zwischen dem Häuserhof (Gemeinde Gutenacker) und der Schleuse Kalkofen in einem nahezu perfekten Halbbogen.
© 2018 LVermGeoRP / Geoportal Rheinland-Pfalz
Ausdehnung der mittelalterlichen Weinbergslage am Eichenauer Berg
© 2018 LVermGeoRP / Geoportal Rheinland-Pfalz

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Langeberg

IN ÜBERARBEITUNG

Erster urkundlicher Nachweis

10. MÄRZ 1392

Heinrich Stemich von Laurenburg und seine Gattin Else verkaufen dem Abte Arnold zu den Einkünften des Siechhauses des Klosters Arnstein vor den Schöffen von Holzappel unter Vorbehalt der Wiederlöse für 13 kleine Gulden eine Rente von jährlich 1 Gulden und setzen dafür 2 Parzellen Weinberg zu Frohnau zum Unterpfande.

Originaldatierung: D. ipso die dominico quo cantatur Reminiscere a. d. 1391 iuxta stilum Treverensis dyocesis

Quelle:
Arcinsys / Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, U 260, 1392

Während im Kurzregest des Hessischen Hauptstaatsarchivs die beiden zu Unterpfand gesetzten Weinbergsparzellen räumlich „zu Frohnau“ eingeordnet werden, übernimmt Herquet die räumliche Zuordnung auf der Grundlage der Urkunde exakter aus.

ZUM VERGRÖSSERN IN DAS BILD KLICKEN
Quelle:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, U 260, 1392
© 2018 Weinbau an der Lahn Mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden.
Alle Rechte vorbehalten.

Danach setzen

Heinrich Steinich (?) von Laurenburg und Else seine Hausfrau … zu Unterpfand … einen halben Morgen Weingarten zu Froinauwe und einen Weingarten hinter der niedersten Mühle gelegen.

Quelle:
Karl Herquet, Urkundenbuch des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn, 
Erste Lieferung (1142-1446), Wiesbaden, Verlag von Chr. Limbarth, 1883, Nr. 290, S. 188
Quelle:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, U 260, 1392 Ausschnitt 'Frohnau'
© 2018 Weinbau an der Lahn
Mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Hauptstaatsarchiven Wiesbaden.
Alle Rechte vorbehalten.

HHStAW, 11, U260, Ausschnitt niederste Mühle

Sie setzen zudem einen halben Morgen Weingarten zu Froinauwe zu Unterpfand.

HHStAW, 11, U260, Ausschnitt Frohnau
Quelle:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 11, U 260, 1392
© 2018 Weinbau an der Lahn
Mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden.
Alle Rechte vorbehalten.

Einzelheiten zur Lage In der Frohnau finden Sie über diese [noch einzufügende] Verlinkung.

 

Abc


Weitere urkundliche Erwähnungen

1301

Abc


Topografie

Lage:
Exposition:
Hangneigung:
Größe:

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Adelhahn

Fast 700 Jahre nach seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1319 und 60 Jahre nach der letzten Lese im Jahr 1958 begann mit der Wieder-Bestockung der im Zuge der Flurbereinigung rekultivierten Lage die Zukunftssicherung des Weinbaus an der Lahn.