Tradition in steilsten Lagen

In einer am 23. Juni 1455 ausgefertigten Urkunde wird erstmals Weinbau bei Creuche (später Kreuch) erwähnt.

Heyncze Kneuffeleder von Kreuch (Creuche) erwirbt (gewynnen) von Hermann Meye, Schultheiß zu Diez, und dessen Frau Hebel einen Morgen Weingarten in Kreucher Gemarkung (czynden), (stoßet ane den Rennegraben tzuschin Heyncze Agnes und Henne von Dyffenbach), mit allen Rechten und Zubehören. Er gelobt, den Weingarten in gutem Bau und Besserung zu halten und jährlich davon dem vorgenannten Hermann und dessen Frau Hebel 7 Tournosen Limburger Währung und ein Huhn zu Martini zu entrichten. 

Siegler: Siegel des Henne Hergkorne, Schöffe zu Limburg und Kreuch.

Originaldatierung: Datum uff s(en)te Johannes obent des heylgen deuffers. als hee geborne wart, anno domini Mmo CCCCmo quinquagesimo quinto

Quelle:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 74, Nr. U 784, 1455

Die entscheidenden Hinweise zu dieser Erwähnung findet man gegen Ende der vierten Zeile sowie in Zeile fünf.

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Digitalisat:
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 74, Nr. U 784, 1455

Lokalisierung

Der im Dokument zur näheren Lokalisierung des Weingartens genannte Rennegraben ist heute nicht mehr bekannt.
Daher ist eine genauere Bestimmung der Lage des Weingartens nicht mehr möglich.
Allerdings darf davon ausgegangen werden, dass er in Ortsnähe am Südhang zur Lahn lag.


Eine weitere Erwähnung von Weinbau in diesem Bereich finden Sie im Beitrag zum ehemaligen Ort Kreuch.

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Adelhahn

Fast 700 Jahre nach seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1319 und 60 Jahre nach der letzten Lese im Jahr 1958 begann mit der Wieder-Bestockung der im Zuge der Flurbereinigung rekultivierten Lage die Zukunftssicherung des Weinbaus an der Lahn.

Langenscheider Klamm

Dieser ehemalige Weinberg an der Langenscheider Klamm befindet sich im Lahntal zwischen Balduinstein und Geilnau in der Gemarkung Langenscheid am Südhang eines beginnenden Taleinschnitts.